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Gesundheitsreformdiskussionen
Zahlenwerk über milliardenschweren Verlust durch Wechsel in die PKV ist falsch


(pkv-verband)
Die von Befürwortern der Bürgerversicherung gestreute Zahl von mehr als 1,3 Milliarden Euro, auf die sich angeblich der jährliche Verlust für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) durch den Wechsel von gesetzlich Versicherten in die private Krankenversicherung (PKV) belaufen soll, ist falsch.

„Diese Zahl ist unseriös und hält einer nüchternen Überprüfung nicht einmal im Ansatz stand“, sagt dazu der Direktor des PKV-Verbandes Dr. Volker Leienbach.

Das derzeit in Berlin kursierende Rechenwerk kommt wegen nicht haltbarer Annahmen zu dieser falschen Zahl und legt damit auch falsche Schlussfolgerungen nahe.

Bei der Berechnung wird fälschlicherweise unterstellt, dass alle Versicherten, die von der GKV in die PKV wechseln, Großverdiener seien und in der GKV den Höchstbeitrag zahlen würden. Tatsächlich zahlten nur etwa 20 Prozent der Wechsler den Höchstbeitrag in der GKV. Alle anderen zahlten in der GKV als Familienmitversicherte entweder gar keinen Beitrag oder als Selbständige überwiegend deutlich weniger als den Höchstbeitrag.

Auch die im Papier gesetzten Annahmen über die Beamten sind falsch. Die Gruppe der Beamten ist mit Beihilfe und ergänzen der Privatversicherung in einem eigenen System abgesichert. Zudem würden sie im Zeitpunkt ihrer Verbeamtung mit vergleichsweise geringen Einkünften entsprechend auch nur geringe Beiträge zur GKV zahlen.

„Damit reduziert sich der jährliche „Verlust“ für die GKV durch Wechsel in die PKV auf rd. 180 Millionen Euro oder ganze 0,018 Prozentpunkte

Der Gewinn für das Gesundheitswesen insgesamt durch die Privatversicherten liegt dagegen nach dem Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP) bei jährlich 9,5 Milliarden Euro.  (WIP Studie)
In dieser Höhe stärken Privatversicherte mit jährlich steigender Tendenz das Gesundheitssystem, weil sie höhere Preise und Arzthonorare zahlen. Geld, das allen fehlt, wenn Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt die angestrebte Gleichschaltung der PKV mit der GKV umsetzt. Mit diesem Konzept der gleichmachenden Bürgerversicherung könnte die GKV jedoch nicht stabilisiert werden und keines ihrer strukturellen Probleme lösen. Allerdings würde die medizinische Versorgung für alle schlechter“, so Leienbach.

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